Make them SIGN!
Kampagne für die Freigabe von Impfstoff-Patenten
Wie macht ein Bündnis Druck auf Bundesregierung und EU, in einer Zeit, in der sich die Krisen stapeln? Mit Bildern, die hängenbleiben, täglichen Social-Media-Angriffen auf Entscheider*innen und einer Mitmach-Installation, an der Tausende zum Unterschreiben fordern.
Strategie, Konzept, Artdirektion, Social-Media-Formate, Community Management
Auftrag: medico international
Agentur: Wigwam Jahr: 2021


Gar nicht so patent!
Jeden Tag starben weltweit Tausende Menschen an Covid-19, während Impfstoffe unter Verschluss blieben, künstlich verknappt durch ein Patentsystem, das Konzerngewinne über Menschenleben stellt. Der von Indien und Südafrika vorgeschlagene TRIPS-Waiver hätte das ändern können: eine befristete Aussetzung der Patentrechte, unterstützt von über 100 Staaten, Aktivist*innen, Abgeordneten, sogar dem Papst. Deutschland und die EU blockierten trotzdem.
Das Thema muss an Licht, doch Patentrecht ist sperrig, die WTO-Mechanismen sind kaum vermittelbar, und das öffentliche Interesse drohte im Wahljahr zwischen Infektionszahlen und Impfchaos unterzugehen. Die Zeit lief.

Stifte raus!
Aus einer abstrakten handelspolitischen Forderung wurde eine physische Geste: SIGN! So knapp, dass sie auf jeder Sprache funktioniert. Der Kugelschreiber wird zum Keyvisual der Kampagne: in der Hand gehalten wie ein Werkzeug, das nur noch benutzt werden muss. Sein Klicken, ungeduldig, wird zur wiederkehrenden Mikro-Provokation.
Unter dem Claim „Mensch vor Patent." verwandelt sich jede Wortmeldung von Politiker*innen in eine Steilvorlage, die wir zurückspielen: scharf, aber immer mit einem konkreten Gegenvorschlag statt bloßer Anklage.


Wie Nadelstiche
Ausgehend vom gemeinsam mit medico international geschmiedeten Konzept bauten wir ein ganzes Kampagnen-Ökosystem: Bündnisname, Design, Website, Infomaterial und ein Set an Tools, das rund 25 Partnerorganisationen selbst bespielen konnten.
Im Zentrum der Kampagne war ein täglicher Rhythmus: Sobald ein Zitat von Merkel, von der Leyen oder Spahn fiel, ging binnen Stunden ein Sharepic-Konter raus, das die Aussage aufnimmt, kommentiert und die Person direkt markiert – ans Bündnis verschickt, sofort nutzbar.
Im Spätsommer eroberte die Kampagne den öffentlichen Raum. Unter anderem mit einer überdimensionalen Faust mit rotem Kugelschreiber, aufgebaut auf der #unteilbar-Demo in Berlin, die der Forderung ein markantes Bild verlieh und Tausende dazu einlud, sie zu unterstützen.
Bündnispartner*innen
Alternative Liste Zürich | *aze - andere Zustände ermöglichen | Afrique Europe Interact | Aktionsbündnis Antirassismus | Aktionsbündnis gegen Aids | Attac Berlin | Attac Deutschland | Berlin Postkolonial | Berliner Bündnis Gesundheit statt Profite | Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag | Berlin for India | Ende Gelände Berlin | Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung e.V. | GEW | Interventionistische Linke | Kampagnenbündnis „Solidarisch geht anders“ | Kritische Mediziner*innen Berlin | medico international | NaturFreunde Berlin | PowerShift | Purple Ride | Queers for Future Berlin | Seebrücke Berlin | Sex Worker Action Group | ver.di | Verein Demokratischer Ärztinnen und Ärzte | Verein demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten | Vereinigung Unabhängiger Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende | Wer hat der gibt | What the Fuck-Bündnis | World Vision Deutschland | Zero Covid

Studio Phil Striegler
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10967 Berlin
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